|  2005-10-21
Von Thérèse Balduzzi @ 19:22 Das Cooper-Hewitt Museum (ganz genau "The Smithsonian's Cooper-Hewitt, National Design Museum") verantstaltete Donnerstag Abend seine sechsten "National Design Awards". Es gewannen insgesamt elf Individuen und Gruppen, nämlich Eva Zeisel, Patagonia, Katherine and Michael McCoy, Sergio A. Palleroni, Stefan Sagmeister, Diller Scofidio + Renfro, Ned Kahn, Burt Rutan, Richard Gluckman, Toledo Studio und Mayor Richard M. Daley. Die Preise wurden in den Kategorien Lifetime Achievement, Corporate Achievement, Design Mind, Special Jury Commendation, Communications Design, Architecture Design, Landscape Design, Product Design, Interior Design, Fashion Design und Design Patron vergeben. Details und Bilder der preisgewinnenden Projekte und Designs können auf der Website der Preisverleihung eingesehen werden. Design Awards2005-10-18
Von Thérèse Balduzzi @ 21:43 In der Ausstellung Safe (vgl. Ankündigung und Kommentar weiter unten) im MoMa, die am 16. Oktober offiziell eröffnet wurde, wird das Thema sehr breit gefasst. Da Sicherheit in New York seit dem 11. September 2001 (bzw. "Nine-Eleven" wie man hier sagt) ein Dauerthema ist und die Angst vor Terroranschlägen und den damit verbundenen Gefahren für die eigene Sicherheit auch begründet, bestand die Befürchtung, dass die Ausstellung allzu ernst ausfallen könnte. Mehrheitlich handelt sich bei den ausgestellten Stücken um Designs, die mehr oder weniger direkt auf Alltags- und Notfallsituationen übertragen werden könnten, darunter auch einige Designs von Schweizern. So etwa das Design für eine Dose für das Schmerzmittel Tylenol mit einer neuen Lösung für die gesetzlich vorgeschriebene Kindersicherung (Fuseproject mit Yves Béhar, Eskil Tomozy und Johan Liden) oder etwa die Swiss Fondue Earthquake Safety Table von Martino Esposito an der Lausanner Ecole Cantonale d'Art (ECAL).
Glücklicherweise sind aber für Leute, die sich - wie die Autorin - für das Design von Gasmasken und Schutzhüllen nur mässig erwärmen können (die exquisite Produktedesignerwelt möge mir bitte verzeihen!) auch ein paar Stücke ausgestellt, die den Wunsch nach Sicherheit – ob eher pragmatischer oder emotionaler Natur - in Frage stellen oder gar etwas auf die Schippe nehmen. Dazu gehören Vigilhome des Franzosen Olivier Peyricot – eine Behausung für einen Paranoiden, inklusive Gummizellen-Wandauskleidung, Waffenarsenal und Notvorrat in Form einer überdimensionierten Corn-Flakes-Packung. Das Set passt gut zu New York, der Welthauptstadt der Paranos, bereits lange vor 2001. Das "How to disappear-Kit and Vending machine" des dänischen Teams Designskolen Kolding enthält dagegen Utensilien wie Reflektoren und Stadtpläne, die Orte ohne Kameraüberwachung auflisten. Es spricht wiederum die New Yorker an, denen die verschärften Sicherheitsvorkehrungen in sämtlichen öffentlichen Gebäuden und Plätzen mehr auf die Nerven gehen statt ihnen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
link zum MoMa2005-10-14
Von Thérèse Balduzzi @ 21:58 Das berühmt-berüchtigte "Lollipop"-Building am Columbus Circle Nr. 2 (an der Südwestecke des Central Parks) ist bereits in Baugerüste gepackt. Es scheint, dass nichts den Umbau des 1965 erstellten Gebäudes mehr aufhalten kann. Das hat allerdings die Organisation Landmark West nicht davon abgehalten, Anfang Oktober nochmals eine Gerichtsklage - ihre achte! - einzureichen, in der Hoffnung, den Umbau zu stoppen oder wenigstens ein öffentliches Hearing zu erzwingen. Bisher haben nämlich die 11 Mitglieder der New York Landmarks Preservation Commission nur untereinander debattiert. Es könnte sich aber schon um das Ende eines zehnjährigen Kampfes um die Zukunft des Gebäudes handeln.

Ezra Stoller (c) Esto.
Der ungewöhnliche, weitgehend fensterlose Marmor-Monolith wurde 1965 von Edward Durell Stone entworfen, um die Kunstsammlung des Supermarkt-Erben Huntington Hartford zu behausen. Diese Funktion nahm es aber nur während fünf Jahren ein. Nach einer Reihe anderer Bewohner wurde es von der Stadt dem Museum of Arts and Crafts als neues Zuhause angeboten.
Das wegen seiner Säulen umgangssprachlich Lollipop genannte Haus ist nicht so beliebt wie es der süsse Ausdruck nahelegen könnte. Im Gegenteil: seit seiner Fertigstellung 1965 ist es vielen New Yorkern ein Dorn im Auge, nicht zuletzt dem Autor Tom Wolfe, der es in einem seinem Buch "From Bauhaus to our House" verrissen hat. Befürworter der Erhaltung betrachten das Gebäude, dessen Fassade den venezianischen Dogenpalast zitiert, als Zeuge einer wichtigen Schlüsselstelle in Stones Karriere, als er einige Prinzipien der Moderne verwarf und sich für einen offeneren Historizismus entschied.
Der Umbau wurde von Brad Cloepfil der Firma Allied Works Architecture
entworfen. Das Neue Design ersetzt die Marmorfassade mit Terracotta-Scheiben und Glas und kreiert so horizontale und vertikale Schlitze oder "Lichtbänder" wie der Architekt sagt, die den Blick aus den Galerien auf den Central Park erlauben, vor allem aber auch Licht in die Galerien hereinlassen. Kritiker bemängeln, dass die Renovation den Charakter des Originals zur Unkenntlichkeit entstellt, dabei aber gleichzeitig zu zahm daherkommt und den Kontrast zwischen neu und alt zu verwischen versucht, statt ihn herauszustreichen und damit die Debatte wenigstens auf diese Weise sichtbar werden zu lassen. Verglichen mit der aalglatten Neugestaltung scheint das Original mit Stones Verzierungen plötzlich fast verspielt. Wichtiger ist jedoch die Debatte, ob ein "unbequemes" (im mehrdeutigen Sinne: das Gebäude soll auch eher unpraktisch sein) Stück der Moderne als Zeitdokument erhalten werden soll, eine Diskussion, die den New Yorkern verwehrt blieb.
link zu Landmark West
link zum Museum of Arts and Crafts
link zu Allied Works Architecture
Von Thérèse Balduzzi @ 18:39 Am Dienstag (18. Okt.) geht die Calatrava-Ausstellung "Sculpture into Architecture" im Metropolitan Museum of Art auf. Tags darauf wird im Queen Sofia Spanish Institute an der Park Avenue und 68. Strasse die Ausstellung "Santiago Calatrava - Clay and Paint: Ceramics and Watercolors" eröffnet, in der Vasen und Schalen gezeigt werden, die Calatrava mit einer jahrtausendealten Technik gefertigt hat. Im Met sollen die Skulpturen, Modelle und Skizzen des weltberühmte Architekten nach Themen/Motiven - (Kubus, Flügel, Wellen) geordnet sein, die sich sowohl in seiner Kunst wie in seiner Architektur manifestieren. Für New Yorker unter anderem von Interesse sind Arbeiten, bei denen ein Zusammenhang mit dem auf dem WTC-Areal entstehenden Bahnhof herzustellen ist oder mit dem geplanten Wohnturm, der beim Southstreet Seaport zu stehen kommen soll.
link zum Met
link zu Calatrava
Der Bahnhof auf dem World Trade Center Areal
Der Wohnturm am Southstreet Seaport, östlich der Südspitze Manhattans
 2005-10-04
Von Thérèse Balduzzi @ 21:13 Wer sich Mitte Oktober ins MoMa begibt (vgl. Designausstellung), sollte sich auch die Ausstellung "The Highline" zu Gemüte führen, die noch bis am 31. Oktober zu sehen ist. Sie zeigt verschiedene Projekte - allen voran das der Architekten Diller Scofidio + Rentro - für die Highline, einem seit den achtziger Jahren brachliegendem Güterbahnviadukts, das in Chelsea von der 15. zur 34. Strasse, zwischen den 10. und 11. Avenue führt. Unter Bürgermeister Giuliani hätte die Highline abgerissen werden sollen. Seither haben sich beharrliche Highline-Fans und Bürgermeister Bloomberg für die Idee eingesetzt, die verrosteten Geleise zum Park umzugestalten. Das Vorhaben inspirierte bereits die verschiedensten Projektideen - Hotels und Wohnbauten - von solch berühmten Architekten wie Frank Gehry und Jean Nouvel. Das 30stöckige Nouvel-Gebäude erhielt wegen starkem Widerstand der Nachbarschaft keine Bewilligung, Gehry steht noch offen, Nachwuchstalent Lindy Roy aber wird ein Projekt verwirklichen. Und Chateau Marmont-Hotelier André Balazs will ein Hotel bauen. Nicht zuletzt will auch das Dia for the Arts von Chelsea an die Highline umziehen. Ein Entwurf von Roger Duffy der Architekturfirma SOM (Skidmore, Owings & Merrilll) zeigt ein Gebäude mit Eingängen zur Highline. Die Highline hat das Potential sich zu einer spannenden Strecke mit überraschender Architektur zu entwickeln, alles mit einem Schuss Industrieromantik versehen.
Link zum MoMa
Friends of the Highline
Die Highline heute
Field Operations and Diller, Scofidio + Renfro: Design für die Highline mit Dia Center
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