Feminstische Kunst: Symposium Radioübertragung

[Kunst]
Die Internet-Radiostation des zum MOMA gehörenden P.S.1 in Long Island City, WPS1.ORG in Queens wird das Symposium "The Feminist Future: Theory and Practice in the visual Arts" , das am Freitag und Samstag 26. und 27. Januar im MOMA stattfindet, direkt übertragen.

Am ausgebuchten Symposium werden Lucy R. Lippard, Schriftstellerin und Aktivistin, Anne Wagner, Professorin für moderne Kunst an der University of California in Berkeley Vorträge halten. Das Podium besteht aus einer Reihe von Kuratorinnen und Kunstprofessorinnen, sowie den Künstlerinnen Marina Abramovic, Wangechi Mutu und Martha Rosler, sowie die Gründerinnen der Kunst-Aktivistinnen Guerilla Girls, Frida Kahlo und Kathe Kollwitz

Governor's Island: Architekturwettbewerb

[Architektur]
Die Governors Island Preservation and Education Corporation (GIPEC) hat die Wahl von fünf internationalen Architekturteams für einen Wettbewerb für die Gestalt der in Zukunft öffentlichen Pärke auf der Insel verkündet. Dabei geht es um das Design einer 3.5 Kilometer langen Promenade rund um die Insel, eines neuen Parks von 10-16 Hektaren im südlichen Teil der Insel (auf dem einst Miliärpersonal wohnte) und einer Neugestaltung der bereits existierenden Pärke im historisch geschützten, nördlichen Teil der Insel.

Zum Wettbewerb wurden eingeladen:

Field Operations/Wilkinson Eyre Architects - New York/ London
Hargreaves Associates/Michael Maltzan Architecture - New York/Los Angeles
Ramus Ella Architects (REX)/Michel Desvigne Paysagistes (MDP) - New York/Paris
West 8 Urban Design & Landsape Architecture/Roger Marvel Architects/ Diller Scofidio + Renfro - Rotterdam/NewYork
WRT LLC/Weiss/Manfredi/Urban Strategies Inc. - Phildadelphia/New York/Toronto
Die Entwürfe werden im Sommer juriert. Da die Insel weniger als eine Meile und nur 5 Fähreminuten von Manhattans Südspitze entfernt ist, sind die Erwartungen an die Gestaltung des neu erschlossenen Landes gross.

Arnold Helbling: Invisible Cities

[Kunst]
Der Gedanke der Stadt als Körper findet sich - wenn auch auf völlig andere Art - auch in den Arbeiten des Künstlers Arnold Helbling wieder, die gegenwärtig in der Galerie Von Lintel in Chelsea zu sehen sind: Als Ausgangspunkt für seine Arbeiten, nimmt der in New York lebende Schweizer Fotos von Städten und Gebäuden - die sich nicht selten in verschiedenen Stadien des Zerfalls befinden. Allerdings eignet er sich diese durch einen vielschichtigen manuellen und technischen Prozess von mehrfachem Fotokopieren, Verkleineren, Vergrösseren, Überlagern, Darüberzeichnen, Ausradieren etc. an. Diese solchermassen stark verfremdeten urbanen Fragmente dienen schliesslich, auf die perlenglatt präparierte Leinwand projiziert, als Grundlage für die Aplikation der oft knalligen Farben. Das Resultat sind Galaxien farbiger Flecken, Wolken und Pinselstriche, in denen sich mehr oder weniger eindeutig Spuren von Gebäude- oder Stadtteilen erkennen lassen. Organische und urbane Strukturen prallen aufeinander. Das Eindeutige, Figürliche ist in Auflösung begriffen und wird schwebend, flüchtig, vorübergehend.
Der Titel der Ausstellung, "Invisible Cities", bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Italo Calvino. Von Lintel Gallery, 555 West 25th Street, bis 10. Februar.





Moma: Open-air Filminstallation

[Kunst]
Ab Dienstag, 16. Januar, werden die Fassaden des Momas während eines Monats allabendlich zur Filmleinwand für Dough Aitkens Installation "Sleepwalkers". Aikten, der gerne ungewöhnliche Flächen als Leinwände benutzt - und meist mehrere aufs Mal, sodass die Zuschauer gezwungen sind, sich zu bewegen - hat den Film speziell für diese Installation gedreht. Er handelt von der Stadt New York und ihren Bewohnern. Aitken hat fünf New Yorker, einen Executive, einen Büroangestellten, einen Velokurier, eine Postbeamtin und einen Elektriker, je einen Tag lang begleitet. Es handelt sich dabei aber nicht um Dokus: Die Rollen werden von professionellen Schauspielern, darunter Donald Sutherland und Tilda Swinton, gespielt. Ihre banalen Alltagstätigkeiten - von der morgendlichen Dusche zur Velo- Taxi- oder Subwayfahrt zum Arbeitsplatz - schmelzen zu rhytmischen, poetischen, teilweise abstrakten Bildsequenzen, die an insgesamt 8 Orten an die Wände des Momas projiziert werden. Die meisten davon sind im Sculpture Garden zu sehen, der während dieser Installation allabendlich von 5-10 gratis zugänglich sein wird. Wie Doug Aitken in einem Interview mit der New York Times erklärt, war sein Mantra während des Filmens oder das Leitmotiv die Stadt als Körper und der individuelle Körper als Stadt. Anstoss dazu ist für ihn der Vergleich von der Blutzirkulation mit den Strassen und Subwaytunnels und über diese wörtliche Bedeutung hinaus, der Zusammenhang zwischen den Bewegungen des Einzelnen und der der gesamten Stadt.
bis 12. Februar, täglich 17- 22 Uhr


Projektion Eingang 53. Strasse


Projektion 54. Strasse

Moma: Grundstück-Verkauf

[Architektur]
Zwar hat sich der Immobilienmarkt in Amerika allgemein etwas beruhigt, doch nicht in Manhattan: hier läuft es so heiss wie zuvor. Und wenn es etwas länger geht, bis eine Luxuswohnung verkauft ist, so gilt das nicht für kommerzielle Bauten. Und schon gar nicht solche an bester Lage: Deshalb hat das Museum of Modern Art beschlossen, seine letzte unbebaute Parzelle an der 54. Strasse, zwischen der Fifth Avenue und der Avenue of the Americas (6th Ave), "hinter" dem Neubau des Moma, an die internationale Immobilienfirma Hines mit Hauptsitz in Houston, Texas, zu verkaufen. Der Preis: 125 Millionen Dollar. Die Firma wird auf der Parzelle ein Gebäude mit Büro- und Geschäftsräumen bauen, das an das Museum angeschlossen ist. Das Moma wird auf dem zweiten, vierten und fünften Stock zusätzliche Ausstellungsräume dazugewinnen, sowie Lagerraum im Untergeschoss. Laut Pressemitteilung soll dem Museum nach Abzug der Baukosten ein Gewinn von 65 Millionen übrigbleiben. Ein Architekt wurde noch nicht gewählt und der Bau ist noch Jahre vor seiner Verwirklichung. Doch laut Moma-Direktor Glenn D. Lowry bietet die gegenwärtige Lage im Immobilienmarkt einen guten Zeitpunkt, die einst als Investition erstandene Parzelle zu verkaufen. Zusätzlich zum 65-Millionen-Gewinn, der 10% des gegenwärtigen Vermögens des Momas ausmacht, wird das Museum ca. 5000 m2 Ausstellungsfläche und 1000m2 Lagerfläche dazugewinnen.

Schrumpfen Städte? Was bedeutet provinziell?

[Architektur]
Location, Location, Location nannte sich eine Podiumsdiskussion des momentan heimatlosen New Museums of Contemporary Art, die am Mittwoch (10.1.) in den Hallen der legendären Kunst- und Architekturschule Cooper Union stattfand. Der Titel, ein schon längst zum Klischee mutiertes Mantra der New Yorker Immobilien-Broker, nennt die "drei" Gründe, die den Wert einer Immobilie ausmachen - vor allem in New York. Spezifisch an diesem Anlass wurde die Frage gestellt, ob der traditionell negativ besetzte Ausdruck "provinziell" in der heutigen Realität weiterhin seine negative Stellung verdiene. Eingeladen waren der Architekturkritiker der New York Times, Nicolai Ouroussoff, der Direktor der Documenta 12 Roger Buergel, der Architekt Theddy Cruz, die Künstlerin Julie Mehretu und die Direktorin der Kunstschule der Cooper Union, Saskia Bos. Die Frage ist vor allem in Amerika hochaktuell, zumal eine Mehrheit der Amerikaner in Vorstädten, bzw. vorstädtischen Situationen leben. Es wurden zahlreiche Aspekte des Themas umrissen, andiskutiert und herausgeschält: Einer der grundlegendsten ist, dass das Bild eines Zentrums, in dem das kulturelle Geschehen abgeht, überholt ist. Dies gilt zumindest für Kultur im Sinne des Kunst produzierens, zumal New York für Künstler ohne Vermögen immer unerschwinglicher wird. Zudem machen neue Technologien, allen voran das Internet, den Standort der Kulturproduzierenden (oder -diskutierenden) je länger je weniger wichtig. (Trotzdem, gerade, was New York angeht: es gibt sonst nur noch in Washington soviele Museen auf so kleinem Raum. Man könnte auch vereinfachend sagen: Viel Geld produziert vielleicht keine Kunst, aber schafft (An)sammlungen davon).
Auf weitere hochinteressante Fragestellungen machte u.a. auch Theddy Cruz aufmerksam, der anhand von Beispielen aus San Diego und dem nahe, aber jenseits der Landesgrenze gelegenen Tijuana, eine Reihe sozialpolitischer Probleme, Ironien und Paradoxe der Globalisierung vorstellte.
Fazit: Was an den Rändern der Städte geschieht, scheint für die Zukunft wegweisender zu sein als was im Zentrum vor sich geht.
Damit zumindest thematisch verwandt ist die Ausstellung und Veranstaltungsreihe "Shrinking Cities" des Van Alen Institutess: Eine weitere Podiumsdiskussion, die dort am 16. Januar stattfindet, widmet sich der Frage: The Bronx: Shrinking? (6.30-7.30 Van Alen Institute, 30 West 22nd Street, 6th Floor).

Weihnachtsdekorationen in New York

[Kultur]
Die Weihnachtsdekorationen in den Schaufenstern der grössten Warenhäuser hat in New York Tradition. Sie werden jedes Jahr mit Spannung erwartet, betrachtet und diskutiert. Während Saks Fifth Avenue und Lord & Taylor meist traditionelle Fenster mit Märchenthemen und komplexen, sich zu Musik bewegenden Einrichtungen mit mechanischen Puppen zeigen, dekoriert das Nobelwarenhaus Bergdorf Goodman seine Fenster meist mit abstrakteren Allegorien oder Stimmungsbildern. Am ausgefallensten und humorvollsten ist jeweils das Warenhaus Barneys, das dieses Jahr ganz auf Andy Warhol eingestellt ist.



Barneys: Andy Warhol

Bergdorf Goodman:









Verspätete Neujahrsgrüsse

[Sonstiges]
Wegen einer mit einem Serverwechsel verbundenen Panne, war der Hochparterre-Blog zwischen Weihnachten und Neujahr leider nicht zugänglich. Wir bitten um Verzeihung. Hier sollen dennoch die Neujahrsgrüsse an die Blog-Fans nachgeholt werden und ein paar Eindrücke aus dem ins weihnachtliche Gewand getauchten Manhattan wiedergegeben werden:



An die Wände projizierte Schneesterne im Grand Central Terminal



Zwei Jazzmusiker in der Subsway Station trompeten freie Interpretationen von Weichnachtsliedern.



An die Fassade des Warenhauses Saks Fifth Avenue projizierte Schneesterne, gegenüber des Rockefeller Centers:







Der Stern am nördlichen Ende der Einkaufstrecke, Ecke Fifth Avenue und 60. Strasse, wo auch der Central Park beginnt. Sterne und Schneesterne und Weihnachtsbäume sind die am wenigsten religionsschwangeren Weihnachtssymbole, die aus Rücksicht auf Anhänger anderer Glaubensrichtungen am liebsten verwendet werden (etwa im Gegensatz zur Krippe). Von einem "War against Christmas" wie gewisse rechte Stimmungsmacher behaupten, kann dennoch nicht die Rede sein, auch nicht von übertriebener "politischer Korrektheit". Denn auf jedes zurückhaltende "Season's Greetings" und "Happy Holidays" kommen ein halbes Dutzend aus Lautsprechern herausdröhnende Weihnachtslieder.