|  2007-12-27
Von Thérèse Balduzzi @ 17:01 Wie versprochen, biete ich hier einen Blick auf die aufwendigen Schaufensterdekorationen der Top-New Yorker Modehäuser, Bergdorf Goodman und Barneys. Bergdorf Goodman, das nobelste Warenhaus gleich unterhalb des Plaza Hotels und der Südost-Ecke des Central Parks, hält sich wie immer an unreligiöse Allegorien, die dafür umso prunkvoller ausfallen. In den fünf Hauptfenstern werden die Elemente, Luft, Wasser, Feuer, Licht und Erde dargestellt. Die Dekorationen sind so üppig, dass man sich stundenlang an den Details sattsehen könnte.
Dagegen ist das Modehaus Barneys, seinem Ruf gerecht, dem neuesten Trend eine Nasenlänge voraus. Hier macht sich der Creative Director, Simon Doonan, in den Schaufenstern über den Recycling-Trend in der Mode lustig. Und zwar zitiert er frei die frühere Modekoriphäe und Chefredaktorin von Vogue, Diana Vreeland ("Pink is the new Black!") und verkündet: Green is the new Black!
Die Schutzheiligen der grünen Bewegung (in Amerika): Al Gore, George Clooney, Bette Midler.......
.... und natürlich Bono
Ein Flaschendeckel-Mosaik, das "Rudolph the rednosed rendeer" wiedergibt:
Recycling-Regeln, dargestellt als das "Advents-Countdown" im amerikanischen Weihnachtslied "The twelve days of Christmas":
Und hier dafür der Prunk von Bergdorf Goodman:
Earth - Erde:
Detail - Close-up:
Light - Licht:
Detail - Close-up:
Water - Wasser: Ein Wasserbild, das ohne Blau auskommt.
Detail - Close-up: Äffchen kommen bei Bergdorf immer wieder vor.
Air - Luft: Im Bild "Luft" fliegt dagegen ausgerechnet ein Elefant!
Fire - Feuer:
Detail - Close-up:
 2007-12-21
Von Thérèse Balduzzi @ 17:15 Ein Team bestehend aus West 8, Diller Scofidio & Renfro, Rogers Marvel Architects, Quenell Rothschild & Partners und SMWM wurde ausgelesen, um den südlichen Teil von Governors Island, ein ca. 16.5 Hektaren grosses Grundstück, in einen Park zu verwandeln. Die Wahl dieser ambitionierten Architekten weckt grosse Hoffnungen. Denn lange Zeit wurde die kleine Insel, die die Stadt New York vor ein paar Jahren dem Bundesstaat für einen Dollar abkaufte, fast mehr als Problem statt als Chance betrachtet, bzw. es schin, als fehlten die grossen Ideen, der Enthusiasmus, aus der speziellen Lage dieser Miniinsel auch etwas spezielles zu machen. Umso mehr, als solche Projekte in Amerika nur zu oft Gefahr laufen, eine Art Disneyland zu werden, oder noch schlimmer, als vulgäres kommerzielles Projekt enden (vgl. unten, Jones Beach). Man darf also höchst gespannt sein! Details sind unter Governors Island und GIPEC zu sehen.
Von Thérèse Balduzzi @ 16:15 Auch in Amerika ist zur Zeit ein stärkeres Umweltbewusstsein zu beobachten, allerdings ist es mit dem in der Schweiz viel breiter etablierten nicht zu vergleichen. Hier ist man erst soweit, zu erkennen, dass die grosse Menge der PET-Flaschen, die täglich benutzt werden, massiv reduziert werden könnte, würde man sie nachfüllen und wiederverwenden, statt jedesmal wegzuschmeissen. (Erst kurz zuvor war einem schliesslich eingehämmert worden, man soll Wasser trinken statt süsse Sodas aus der Alu-Dose....) Man bekommt aber vorläufig immer noch zu allem Ess- oder Trinkbaren zehn Papierservietten und Plastikbesteck und mehrfache Verpackungen....
Das grüne Bewusstsein zeigt sich mehr in der Mode und dem Design, beispielsweise in Bambus-Bettlaken, Hanf-T-Shirts und Bambus-Parketts in neuen Luxusbauten.
Und diesen November und Dezember - die Jahreszeit, in der die meisten Benefiz-Veranstaltungen stattfinden - wurden viele Anlässe "grün" abgehalten. Sei es, dass Trinkbecher und Pappteller aus biologisch abbaubarem Mais bestanden, oder ganze Bankettsäle mit braunem Wellkarton eingerichtet wurde, (so z.B. im Guggenheim-Benefit-Dinner und im Cooper-Hewitt Designmuseum.)
Die komplexere Sicht, dass das nicht alles Recycling sinnvoll ist, weil vielleicht Material für die Verarbeitung nach China und zurück reist, oder Chemikalien bedarf, deren Umweltverträglichkeit fraglich ist, oder dass Unmengen Wellkarton zu verwenden, trotz Recycling eine Verschwendung ist, hat sich im grossen Stil noch nicht durchgesetzt.
Dafür wird unter Designern bereits von einer sogenannten "Green-Fatigue" gesprochen. Die Mode aufs Korn nimmt Simon Doonan in der diesjährigen Dekoration der Barneys Schaufenster, die mit Mosaiken aus Flaschendeckeln, Installationen aus Aludosen und PET-Flaschen besteht. (Bilder folgen in ein paar Tagen, wenn ich die Weihnachtsdekorationen fotografiert habe).
Von Thérèse Balduzzi @ 15:46 Offenbar hat es Donald Trump geschafft, sich den Neubau eines Restaurants in Jones Beach unter den Nagel zu reissen. Jones Beach ist ein unter Naturschutz stehender öffentlicher Park, ein sog. "Naherholungsgebiet" der New Yorker. Der riesige Park ist in mehrere "Felder" unterteilt. Jedes davon umfasst einen riesigen Parkplatz und einen Nutzbau, in dem sich Garderoben, Duschen und ein Fast-Food-Restaurant befinden. Trump hat offenbar von Staatsstellen - die Naturpärke sind staatlich - die Erlaubnis gekriegt, vor einem dieser Felder ein Luxusrestaurant mit einer "Event-Halle" bauen. Zwar wird ein Teil davon auch öffentlich zugänglich sein, doch machen ihm jetzt lokale Politiker Schwierigkeiten und stellen sich bei den Sonderbewilligungen, die er zusätzlich benötigt, quer. Warum Staatstellen Trump überhaupt eine Bewilligung erteilt haben, ist schwer begreiflich. So ziemlich jeder andere New Yorker Immobilienmogul hätte wenigstens die Finesse, so zu tun, als sei er ums öffentliche Wohl besorgt. Trump dagegen leidet unter solchem Grössenwahn, dass er für jegliche Forderungen und Bedürfnisse anderer völlig blind ist. So behauptet er, der Naturstrand werde durch seinen Namen, den er selbstverständlich in meterhohen Lettern aufs Gebäude zu pflastern gedenkt, an Ansehen und Wert gewinnen. Er ist auch selten kompromissbereit, sondern versucht, seine Pläne stur durchzusetzen, nötigenfalls im Graubereich und die Zuständigen im buchstäblichen Sinne vor vollendete Tatsachen (sprich Bauten) zu stellen. 2007-12-08
Von Thérèse Balduzzi @ 18:36 Bekanntlich spielen private Gelder in Kunst und Kultur in Amerika eine viel grössere Rolle als in Europa. Deshalb trägt in Museen auch jeder Saal, oder jeder angebaute Flügel einen anderen Namen, so z.B. das "Ronald S. and Jo Carole Lauder Building" des MoMas. Mit dem sozialen oder kulturellen Engagement, d.h. mit finanzieller Unterstützung im grossen Stil, kauft man sich in New York auch Ansehen und einen Platz in der New Yorker High Society. Das ist die unausgesprochene Bedeutung der Namensschilder. Neulich ist allerdings eine Inflation solcher Schilder zu beobachten, was eher lächerlich wirkt: Im Neubau des New Museum of Contemporary Art ist nicht nur jeder Saal, sondern sogar das Treppenhaus und die Garderobe - nicht grösser als ein Walk-in-Closet in einer Durchschnittswohnug - je einem Mäzenenpaar gewidmet. (Nur die WCs sind vorläufig noch namenlos). Und die Namen werden immer mehrere und unbekanntere. Während in New York jeder weiss, wo die Avery Fisher Hall ist (im Lincoln Center), fragt man sich bei den vielen neuen Unbekannten: Wozu? Wer kann sich schon all diese Namen merken? Wieso sollte man? Wahrscheinlich geht es nur darum, dass die (neureichen) Mäzenen beim Besuch des Museums stolz auf ihre Namensplakette schauen können. Und diese Befriedigung zu verschaffen, kostet das Museum wenig.
Von Thérèse Balduzzi @ 18:28 Wie das Foto von der Terrasse im 7. Stock des New Museums zeigt, sieht man im Osten das 21stöckige Hotel Rivington der Architekten Grzywinski Pons (Matthew Grzywinski & Amador Pons) und das 17stöckige Wohnhaus " Blue" von Bernhard Tschumi inmitten der sonst höchstens fünfstöckigen Häuser der Lower East Side herausragen. Schaut man zudem ausserhalb des New Mueseums in Richtung Norden, sieht man auch das Glasgebilde von "Astorplace" der Architekten Gwathmey-Siegel. Letzteres wurde zwar als Kitsch kritisiert (u.a. von mir). Lässt man aber mal strenge ästhetische Kritik und die vor allem von unmittelbaren Nachbarn geäusserten soziologischen und historischen Einwände beiseite, wirken die verschieden gearteten Glasgebäude wie Schmuckstücke, die aus dem einerlei der Tenement-Häusern (wie die typischen 5stöckigen Häuser der Lower East Side heissen) herausragen.
2007-12-02
Von Thérèse Balduzzi @ 02:31 Urs Fischers Ausstellung in der Galerie Gavin Brown Enterprises ist milde ausgedrückt imposant: Er hat Grund und Boden der Galerie zerstört, oder wenigstens tief ausgegraben. Am Eingang steht typisch amerikanisch der Disclaimer, dass man die Ausstellungsräume auf eigene Gefahr betrete. Die Aktion wirkt erfrischend und erinnert an eine Zeit, als Künstler Rebellion und Subversion noch als Ehrensache betrachteten statt als akademische Übung....
Gavin Brown Enterprises, 650 Greenwich Street (1 block north of Houston), bis 22. Dezember, siehe gavinbrown.biz

Von Thérèse Balduzzi @ 02:21 New Museum of Contemporary Art von der Prince Street aus gesehen.
Kunst am Bau: "Hell, yes!" von Ugo Rondinone
Detail des Maschengitters, aus dem die Fassade besteht:
Sicht durch das Maschengitter vom Innern des Gebäudes
Das New Museum ist nicht das erste neue Gebäude an der Lower East Side, das durch seine Höhe und sein Design auffällt. Von der Terrasse im 7. Stock des New Museums of Contemporary Art sieht man: Links das Hotel Rivington, rechts "Blue", das Wohngebäude von Bernhard Tschumi.
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