Dia Center wieder in Chelsea

[Architektur]

Die Odyssee der Dia Foundation scheint ein Ende zu nehmen: Im November verkündete die Stiftung, dass sie auf einem Gelände in Chelsea, das der Stiftung gehört, ein neues Museum erbauen werde. Genau genommen handelt es sich um eine ehemalige Garage gegenüber des einstigen Museums der Dia Foundation. Vor über 5 Jahren schloss das Dia Center for the Arts sein Museum in Chelsea, um es umzubauen. Bald wurde vom Vorstand aber beschlossen, dass eine Renovation des bestehenden Gebäudes zu teuer zu stehen kommen und die Bedürfnisse doch nicht decken würde. Das ehemalige Gebäude hatte unter anderem nur einen kleinen, engen Lift und ein schmales Treppenhaus. Während 5 Jahren zog das Dia Center alle möglichen Gegenden in Manhattan in Betracht, konnte sich aber nie ganz entscheiden. Am prominentesten war der Plan, am Südende des neu eröffneten Highline Parks in Chelsea einen Neubau aufzustellen.

Am unentschlossen wirkenden Vorgehen sind abgesehen von der Wirtschaftskrise vor allem auch ein häufiger Wechsel in der Führung des Museums schuld. Der Entschluss, in Chelsea zu bleiben, bzw. nach Chelsea zurückzukehren, wurde vom neusten Präsidenten der Stiftung, Philippe Vergne, gefasst. Im Unterschied zu anderen Museen sieht das Dia aber kein extravagantes Projekt eines berühmten Architekten vor, sonder einen funktionalen Bau, sagt Vergne.

Das Dia Center verfügt über zahlreiche feste Installationen. In New York etwa unterhält es Walter De Marias Earth Room und der "Broken Kilometer" in SoHo, sowie das Museum in Beacon, New York.

Guerilla-Gardening

[Architektur]

Auf dem Heimweg vom Union Square Markt entdeckt: Ein sehr rostiges Velo, das statt eines Einkaufskorbs eine Blumenkiste von der Stossstange hängen hatte. Die Blumenkiste war zudem mit "Guerilla-Gardening" und "Bike-Garden" beschriftet. Eine kurze, oberflächliche Google-Recherche ergab, dass der Trend aus London kommt und offenbar auch in Toronto existiert. Mehr über Guerilla-Gardening auf der entsprechenden Webseite.

 

 

 

 

Les parapluis du West Broadway

[Architektur]

Der Sommer soll Morgen richtig beginnen. Bisher war es für einen New Yorker Sommer ungewöhnlich kühl und regnerisch. Obwohl ich die heissen Sommer hier gern mag, habe ich die Wartezeit genossen, denn wenn es mal so richtig heiss wird, ist man zu einen grossen Teil der Zeit damit beschäftigt, erträgliche Bedingungen zu schaffen, um die Hitze auszuhalten.

Als New Yorker Vorsommer Stimmungsbild: eine Gruppe Kinder mit farbigen Regenschirmen unterwegs am Westbroadway unterhalb Chambers Street.

 

 

Endlich!!! Die Highline ist begehbar und sie ist phantastisch!

[Architektur]

Das in diesem Blog seit viereinalb Jahren besungene Projekt (genau: 9 x, man gebe unter "Suchen" Highline ein) des Highline Parks von Field Operations und Diller Scofidio + Renfro ist endlich eröffnet worden und es ist schlicht wunderbar! Der Park auf der alten Güterbahnlinie ist ein Kunstwerk der Landschafts-Architektur. In den immer wieder an- und absetzenden Übergängen zwischen Gestein und Pflanzen ergeben sich interessante und abwechslungsreiche Muster, die sowohl an die zuvor vergammelte und wild überwucherte Bahnlinie erinnern, wie auch Assoziationen an den Rhythmus des Zugfahren selbst hervorrufen (Stücke der Geleise wurden zurückgelassen).


Ein Highlight des Parks ist, dass man sich auf ca. 11 Metern über dem Strassenniveau bewegt und damit eine neue Perspektive auf bereits aus anderen Winkeln  bekannte Aussichten erlernt. Zugleich ist man aber auch nahe genug zur Strassenebene, dass man die Präsenz der Passanten noch als unmittelbar  empfindet, zumal man sich gegenseitig sehr gut sehen kann.  Andere Highlights sind neben der Architektur des Parks selber die Architektur der Neubauten, die dieses Projekt angezogen hat, so z.B. je ein Gebäude von Frank O. Gehry wie eines von Jean Nouvel (gleich nebeneinander). Mich macht Architektur selten so unmittelbar glücklich und ich könnte noch viele Zeilen lang weiter schwärmen. Doch am besten ist, man kann die Highline persönlich erleben. 
Für weitere Informationen Friends of the High Line

 

 

 

 

 

 

 


Photos Therese Balduzzi©

Unglück im Unglück: Frank Gehrys Atlantic Yards

[Architektur]

Offenbar steht es um die Grossüberbauung Atlantic Yards in Brooklyn noch schlimmer: Anscheinend besteht die Gefahr, dass statt der Gehry-Projekte, scheussliche generische Nutzbauten hingestellt werden könnten. Jedenfalls erklärt dies der New York Times Architekturkritiker , Nicholas Oursouff. Es sei in New York oft so, dass ein potenter Projektentwickler sich von der Stadtregierung alle möglichen Steuergeschenke, Ausnahmen der Bauverordnung  und ähnliche Konzessionen erkämpfe, nur um kurz darauf die schlimme Finanzlage (die bei solch riesigen Projekten, die Jahrzehnte dauern, zwansläufig irgendwann auftaucht) geltend zu machen, wegen der am Budget gespart werden müsse. Das schlimmste dabei ist, dass jeweils die Pläne der ambitionierten Architekten irgendwelchen Fliessbandmodellen weichen müssen (womit implizit gute Architektur als frivoler Luxus deklariert wird). Offenbar sind die Bewilligungen nicht streng an die spezifischen Entwürfe geknüpft, bzw. lassen sie genug Spielraum für solche Taktiken. Laut Ouroussoff ist das in New York ein alter Trick.

 Im ursprünglichen Gehry-Projekt ist die Sportarena kunstvoll von unterschiedlichen Türmen umgeben. Im neuen Entwurf (vgl. NYTimes.com) sieht sie aus wie eine gigantische Scheune.

 

Glück im Unglück, Nebeneffekte der Krise

[Architektur]
Um die bereits mehrmals (26.11.07, 2.5.08, 18.12.08) erwähnte umstrittene Grossüberbauung „Atlantic Yards“ von Frank O. Gehry in Brooklyn steht es momentan nicht besonders gut. Zwar sind bisher all Gegner des Projekts mit ihren Gerichtsklagen abgeblitzt. Doch mittlerweile ist die Finanzierung wegen der Wirtschaftskrise alles andere als sicher. Um die vorgesehenen Steuergeschenke (dreistellige Millionensummen) zu erhalten, müsste der Developer, die Firma Forest City Ratner vor Ende Jahr mit dem Bau beginnen können. Doch abgesehen von der erschwerten Finanzierung wird das Projekt auch noch weitere Verzögerungen durch die diversen Gerichtsklagen erfahren. Denn obwohl die Kläger bisher allesamt verloren haben, haben sie noch nicht alle Rekursmöglichkeiten ausgeschöpft. Da der Zeitfaktor eine grosse Rolle spielt, erhoffen sie sich davon, das Projekt mit mehrmaligem Aufschub bodigen zu können. Das Herzstück des 4-Milliarden-Projekts würde ein Stadion für das Basketball Team Nets beinhalten, das der Firma Forest City Ratner gehört. Es könnt jetzt aber sein, dass ein paar hartnäckige Brooklyn-Bewohner, darunter der mittlerweile prominente Daniel Goldstein, einem Grafiker, der als einziger Bewohner in einer Liegenschaft wohnt, die dem Stadion zum Opfer fallen sollte, mit reiner Zeitverzögerung das Vorhaben vereiteln könnten.

Architektur- u. Design-Ausstellungen:Guggenheim und Cooper-Hewitt

[Architektur]

Im Guggenheim (auf Newyorkerisch "The Googue"), ging gestern zum 50. Jubiläums des Museumsgebäudes, die Frank Lloyd Wright Ausstellung auf. Der ganzen Spirale entlang sind Modelle, Pläne und sogar einzelne Filme zu sehen, am schönsten der Film zur Eröffnung des Guggenheim-Museums 1959, u.a. weil die schönsten Amischlitten der Zeit davor vorbeifahren, bzw. parken. Die Ausstellung wird bis am 23. August offen sein und erfüllt damit auch das Bedürfnis eines zugänglichen und attraktiven "Crowd-Pleasers" für die Sommertouristen. Wie immer, beginnt die Ausstellung am unteren Ende der Spirale, obwohl Wright das Guggenheim so konzipiert hatte, dass man zuerst in den Lift steigt und bis zuoberst fährt, um die Spirale hinunterzugehen.

 

Die am Abend stattfindende Eröffnungsparty für die Guggenheim Mitglieder zog eine Schar mehrheitlich junger und auffällig gut (und teuer) gekleideten Kunstinteressierter an. Beim - trotz Untermalung durch einen DJ-Plattenkünstler - auffällig steifen Cocktail in der Rotunda im Parterre vermutete ich einmal mehr eine Version von "der gepflegte Aufriss" zu sehen. Allerdings niemals auf so penetrante Art wie beim Cocktail auf dem Dach des Mets (Metropolitan Museum) jeden Freitag und Samstag Abend, wenn das Museum bis 9 offen bleibt. Zu jenem wegen der Aussicht durchaus empfehlenswerten Anlass kommen überproportional viele junge "Bridge-and-Tunnel"-Frauen (auf diesen Anlass bezogen trifft der sonst mittlerweile anachronistische Ausdruck weiterhin zu), die ihrer Garderobe nach zu urteilen zuviele Folgen von "Sex and the City" gesehen haben und Cosmopolitan-trinkend hoffen, Mr. Big anzutreffen. Selbst ein Museumswärter liess sich beim Lifteinsteigen einmal darüber aus, dass sich die Girls mit ihren hohen Absätzen vergebens gegenseitig auf den Zehen herumstehen würden....

 

Astroland Rakete wieder in Coney Island

[Architektur]
Diese Woche hat die Stadtregierung New Yorks verkündet, dass die Astroland Rakete, eines der Wahrzeichens von Coney Island, zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Coney Island aufgestellt würde. Die Rakete, die seit 1962 die Strandpromenade schmückt, wurde abmontiert, nachdem die Familie Albert, die den Vergnügungspark besass, ihr Grundstück verkauft hatte. Die Familie schenkte aber die Rakete der Stadt. Die Entwicklungspläne für Coney Island sind immer noch umstritten und nicht endgültig beschlossen. Liebhaber des nostalgischen Vergnügungsparkes befürchten, dass die Projektentwickler und die Stadtregierung, den etwas halbseidenen Park in einen sterilen Touristenpark verwandeln werden, wie etwa der leblose Southstreet Seaport im Südosten Manhattans. Vorerst sind die Pläne aber noch nicht definitiv, da sich die Stadt und die Entwickler nicht einig sind. Die schlechte wirtschaftliche Lage könnte sich für die Erhaltung des Charakters von Coney Island positiv auswirken, da Luxushotels in Coney Island mittlerweile so ziemlich allen Beteiligten alles andere als dringend zu sein scheinen.

Young Architect Program im P.S.1

[Architektur]

Die diesjährigen Gewinner des Young Architects Program heissen Hilary Sample und Michael Meredith. Sie sind beide 37 Jahre alt und miteinander verheiratet. Ihr Projekt heisst „afterparty“ – eine Anspielung an die wirtschaftliche Situation – und die Materialien sind deshalb sehr „basic“: Metall Beton.  Daraus werden sie eine Art konische Zelte oder Pavillons bauen, die wie die Vorgaben des Wettbewerbs bestimmen, den grossen Hof des P.S.1 einen Sommer lang zur städtischen Sommerfrische verwandeln (Schatten und Wasser in irgendeiner Form). Das Projekt wird Ende Juni eingeweiht. Ab da finden auch die Warm Up! Parties statt, eine sehr beliebte Tanzparty mit life Musik, die mittlerweile seit über 10 Jahren jeden Samstag von Juli bis September stattfindet.

Die Verparkplatzung New Yorks

[Architektur]
Wegen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage, ist anzunehmen, dass viele der Grossüberbauungen, die in New York geplant waren, nun doch nicht gebaut werden. Dazu gehören Atlantic Yards in Brooklyn, die riesige Siedlung mit Stadion von Frank O. Gehry, Hudson Yard, eine geplante Überbauung auf Manhattans Westseite. Dazu kommen aber auch unzählige private Projekte, wie beispielsweise die grosse Siedlulng gleich südlich des UNO Haupgebäudes. Es ist anzunehmen, dass in typischer New Yorker Manier, die bereits abgeräumten Bauparzellen zu Parkplätzen werden, bis sich die Lage wieder ändert. Wann das sein wird und ob die bisher gross angekündigten und teilweise stark bekämpfen Projekte überhaupt jemals realisiert werden, wissen die Götter. Wegen des chronischen Parkplatzmangels erhalten Grundstückbesitzer so ein Ersatzeinkommen. Schön sind sie gewiss nicht, aber ausser Flohmärkten dulden die Landbesitzer keine andere Benutzung. Bei sogenannten "Community Gardens", wie sie an gewissen Orten (z.B. im East Village) entstanden sind, machen ihnen Angst, die Anwohner könnten ihnen das Land streitig machen.
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